[Restaurant] Min Kang Yuan in Küssnacht

Die Strassenführung ist etwas kompliziert in Küssnacht und nachdem wir selbst nach etlichen Versuchen nur bis auf 200 m an das Restaurant herankommen, entscheiden wir uns, die letzten Meter am Ufer des Vierwaldstättersees zu Fuss zu laufen. Wir wollen uns eigentlich erstmal nur die Karte des Min Kang Yuan anschauen, das vom Gault Millau mit 14 Punkten bewertet worden ist.

Von aussen erschreckt das Gebäude zunächst. Man ist das Äussere von chinesischen Restaurants ja gewöhnt, aber hier ist das Restaurant auch noch in einem recht unschönen Gebäude untergebracht. Innen überrascht es aber mit einer eher prunkvollen Ausstattung mit Tischdecken aus Seidendamast. Sicher nicht im Sinne westlicher Verhältnisse geschmackvoll, aber da hat sich jemand durchaus Mühe gegeben. Also wagen wir den Versuch. Hier nun ausführlich über das Restaurant schreiben zu wollen ist eigentlich etwas dreist, erwartet uns doch für den Abend ein 7-Gänge-Menu in einem anderen Restaurant und wir wollen nur einen kleinen Mittagstisch probieren.

Aber es war den Versuch wert und wir werden sicher ein weiteres Mal in das Restaurant des knapp 40-jährigen malayischen Kochs Kee Hock Leo und seiner Frau Min Nian kommen. Leo hat keine Ausbildung als Koch im klassischen Sinne erhalten, hat sich aber über etliche Restaurant-Stationen soweit hochgekocht, dass er schliesslich 2007 von einer 13 GM Punkte Bewertung überrascht wurde. 2011 waren es 14 Punkte, den 2012er Führer habe ich leider noch nicht gekauft. Wir haben uns dieses Mal, wie immer wenn wir in der Schweiz ein Restaurant betreten, von den Punkten beeinflussen lassen. Im Gegensatz zu sonst haben wir aber nicht mal den Text gelesen. Vielleicht gut so, sonst hätten wir so viel bestellt, dass wir abends keinen Hunger mehr gehabt hätten.

So wählen wir also nur 2 Vorspeisen und ein Hauptgericht zusammen. Wir bestellen die Knödel Shanghai Art und eine scharf-saure Suppe als Vorspeise. Die Knödel sind sehr schön angerichtet und schmecken laut S. authentisch so, wie in Shanghai selbst. Die Suppe wähle ich oft in chinesischen Restaurants, hier hat man den Eindruck, dass sie kräftiger und dennoch subtiler schmeckt. Als Hauptgericht wählen wir eine heisse Platte mit Schwein und Meeresfrüchte-Sauce. Das Fleisch wurde in der Küche vorgekocht und mit der Sauce vermengt, anschliessend direkt am Tisch auf dem heissen Stein fertig gebruzzelt. Während in anderen Restaurants der ganze Raum in einem Nebel aus Rauch und Fett langsam verschwindet, wird hier eine Glocke über den Stein gelegt. Darunter sprozzelt es höllisch und man bekommt schon vom Zuhören Hunger. Mehr kann man über dieses Gericht eigentlich nicht sagen, da ich viel zu wenig Erfahrung in der chinesischen Küche habe, um auch nur ansatzweise erraten zu können, was ausser Schweinefleisch und Paprika in dem Gericht verarbeitet worden ist. Jedenfalls hat es vorzüglich geschmeckt.

Das nächste Mal werde ich mich in die Küche schleichen und den Koch ausfragen. Und mehr bestellen. Oder gleich ihm die Zusammenstellung eines Überraschungsmenus überlassen, denn das wird überall empfohlen.

 

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