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Zwischen Bergluft und Bademantel: Auszeit in Südtirol

04/09/2026
Christian

Warum brauchen wir überhaupt Auszeiten? Ist unser Leben nicht so einfach wie noch nie? Alles im Überfluss, keine harte Arbeit, genug zu essen? Und doch sieht man überall gestresste Menschen, die verzweifelt einen Ort der Ruhe und Erholung suchen. Oder sie hören nicht auf ihren Körper, machen weiter, bis es zu spät ist.

Die Dolomitensagen erzählen, dass Dolasilla die Tochter des Königs des Reiches der Fanes war. Dieses Reich erstreckte sich über das Gadertal und die Fanes-Hochfläche zu Bergen wie Conturines und Lavarella bis zum Falzarego und nach Cortina, sogar zum Kronplatz, auf dem sie der Legende nach gekrönt wurde. Dolasilla war keine romantische Märchenprinzessin, sondern eine tragische Kriegerin in weisser Rüstung und mit sieben unfehlbaren Zauberpfeilen. Vor einer entscheidenden Schlacht jedoch färbte sich ihre Rüstung dunkel – gemäss der Prophezeiung das Zeichen dafür, dass sie nicht in die Schlacht ziehen sollte. Doch sie hörte nicht auf sich, liess sich von Volk und Vater umstimmen – und starb.

Zeit also, auf den Körper zu hören und Auszeiten zu nehmen. Doch die Suche nach geeigneten Plätzen für Auszeiten ist häufig nicht minder stressig. Nun, hier ein Vorschlag, der die Sucherei möglicherweise reduziert. Genau in St. Vigil, in unmittelbarer Nähe des Fanes-Reiches, befindet sich das Hotel Excelsior. Leicht am Hang gelegen, bietet es eine herrliche Weitsicht, und doch ist man in wenigen Minuten im Dorf. Es ist ein besonderer Platz: kein Teil einer Hotelkette, kein anonymer Komplex. Hier spürt man familiäre Nähe.

Von Dolasilla gibt es keine bestätigten Überlieferungen, wonach sie nach den Schlachten gerne das Burg-Spa besucht hätte. Und wenn, dann hätte sie sehr wahrscheinlich mit einem Bottich heissen Wassers vorliebnehmen müssen. Die Gäste des Excelsior haben es deutlich besser, denn hier gibt es gleich mehrere Spa-Bereiche.

Das Gästen ab 16 Jahren vorbehaltene Spa auf dem Dach des Hotelkomplexes bietet eine Aussicht, die es durchaus mit jener von den Zinnen von Dolasillas Burg aufnehmen kann – wo auch immer diese gelegen haben mag. Man könnte den ganzen Tag im Infinity-Pool und auf der Fanes-Terrasse verbringen, denn der Blick ist einem stetigen Wandel unterworfen. Das Wetter scheint sich hier keine zehn Minuten lang auf irgendetwas festlegen zu wollen. So verwandeln sich die fernen Berge am Ende des Tales innerhalb weniger Minuten von einer braven Bergkulisse in eine von Gewittern geprägte, bedrohliche Szenerie. Bei diesem Anblick versteht man, warum gerade in den Dolomiten solche Sagen entstanden sind.

Etwas weniger dramatisch geht es im Spa im Erdgeschoss zu, das auch Familien offensteht. Das heisst jedoch nicht, dass man hier in puncto Design irgendwelche Abstriche machen müsste.

Fast vergessen: im Hotel zaubert Alberto Sardano regelmässig Cocktails, die tatsächlich eines Zauberers bedürfen! Die Auswahl der Zutaten an der Bar könnte man als legendär bezeichnen. Damit man aber, wenn man gerade faul im Sky Spa liegt, nicht den anstrengenden Weg mit dem Aufzug zur Bar hinunter laufen möchte, kommt Alberto einfach hoch aufs Dach. Man möchte meinen, seine Zutaten im Wagen würden für eine ganze Cocktailkarte ausreichen, aber tatsächlich gibt es nur einen einzigen Drink. Der wird aber derart aufwendig zelebriert, dass man alleine wegen der Show unbedingt einen Zweiten braucht, ganz abgesehen vom Geschmack.

Auch wenn man den Spa ungerne verlässt, zum Wohlbefinden und zur Erholung gehört es, sich ab und an zu bewegen. Unsere grösseren Naturerlebnisse sind in einem gesonderten Artikel beschrieben, die passen nicht zu Spa und Bademantel. Um das Hotel herum gibt es aber genug Möglichkeiten, sich im kleinen Rahmen zu bewegen, beispielsweise mit dem Velo ums Haus, mit der Seilbahn direkt beim Hotel hoch auf den Hausberg, oder mit dem Guide des Hotels an einem der vielen Hotelangebote teilnehmen. Wir waren bei der Wanderung talaufwärts dabei, bei der man nach zwei Stunden eine Lichtung erreicht, die die Mitarbeiter des Hotels in ein Freilichtrestaurant verwandelt haben. Mit Musikbegleitung, direkt am kleinen Fluss, kann man sich bei einem BBQ ausruhen, bevor es wieder zurück zum Hotel geht.

Am zweiten Abend konnten wir einen Blick in die Küche werfen, um passende Fotos von den Gerichten aufnehmen zu können. Erst in der Küche realisiert man so richtig, was hier geleistet wird! Eigentlich würde es den meisten Gästen guttun, so etwas zu sehen, um den Service, den man in Restaurants erfährt, besser schätzen zu können. Die Gerichte verlassen fast im Sekundentakt die Küche. Kein Wunder, hat es doch über 100 Gäste die je nach Wochentag durchaus ihre fünf oder sechs Gänge serviert bekommen. Bald noch bemerkenswerter ist, dass der Service trotz der vielen Gänge und langen Wege unglaublich freundlich und souverän auftritt. Hier scheint die familiäre Atmosphäre des Hauses einen grossen Anteil daran zu haben, denn das Personal ist teilweise seit 10, 20 oder sogar 40 Jahren im Haus! Das spürt man bei jedem Lächeln, mit dem uns die Teller serviert werden oder der Wein empfohlen wird.

Würden wir wiederkommen? Sehr gerne, nach Südtirol und auch ins Hotel Excelsior. Die Landschaft fasziniert, die Menschen sind herzlich und sowohl das gastronomische als auch Hotelangebot konnten uns voll überzeugen. 

Hotel Excelsior 
Valiaresstraße 44
I-39030 St. Vigil in Enneberg
Südtirol · Italien

Links:
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FoodFreaks wurde im Rahmen einer Pressereise von Tourismus Südtirol vom 16.-19.07.2026 für den Aufenthalt eingeladen.
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