Zürich hat eine spannende neue Restaurantadresse: Marküs ist eröffnet. Markus Stöckle kocht neu an der Glockengasse 7 in der Zürcher Altstadt, in einem Haus mit über 700 Jahren Geschichte. Für Stöckle ist es ein sehr persönliches Projekt: weniger eng an ein einziges kulinarisches Thema gebunden als früher, dafür noch stärker von Herkunft, Reisen, Produzenten, Fermentation und Neugier geprägt.
Der Name spielt natürlich mit Markus selbst. Stöckles Küche kommt aus Bayern, ist aber längst weit gereist: internationale Küchenjahre, Japan, Wissenschaft, Handwerk und ein sehr genauer Blick auf Schweizer Produkte fliessen im Marküs zusammen. Entscheidend soll dabei nicht die grosse Geste sein, sondern Geschmack, Präzision und eine gewisse Leichtigkeit.
Stöckle wuchs auf einem Bio-Milchbauernhof im Allgäu auf. Nach seiner Kochlehre arbeitete er unter anderem im damaligen Drei-Sterne-Restaurant Oud Sluis von Sergio Herman und im The Fat Duck von Heston Blumenthal in England. Dort lernte er Elif Oskan kennen, mit der er später in Zürich das Dessert- und Cateringkonzept Miss Marshall sowie mehrere Pop-ups realisierte. 2018 eröffnete das Paar das Rosi, ein Jahr später folgte gemeinsam mit Valentin Diem das Gül. Im Rosi entwickelte Stöckle seine bayerisch geprägte Küche zunehmend in eine eigenständige, experimentelle Richtung. Dafür erhielt das Restaurant 17 GaultMillau-Punkte; Stöckle wurde im Guide 2024 als «Aufsteiger des Jahres» ausgezeichnet.
Im Zentrum steht ein saisonales Tasting Menu über zwölf Gänge. Es gibt auch eine vegetarische Version. Gemüse von kleinen Schweizer Produzenten trifft auf nachhaltig bezogenen Fisch und Fleisch, dazu kommen eigene Fermentationen und Produkte aus der näheren Umgebung. Die Marküs-Seite nennt unter anderem Fisch aus lokalen Gewässern, Gemüse aus der Region, Hülsenfrüchte für hausgemachte Fermente, Käse und Butter von ausgewählten Produzenten sowie Tofu aus Schweizer Bio-Sojabohnen.
Spannend ist auch der Ort. Die Glockengasse 7 gehört zu den ältesten erhaltenen Häusern Zürichs. Im Obergeschoss liegt das historische Goethe-Stübli mit originaler Holzvertäfelung; im Erdgeschoss setzen rote Lackwände und schwarze Details einen bewusst heutigen Kontrast. Das Interieur entstand mit Studio Dragó, das Restaurant selbst ist ein Projekt von Studio ELMA, dem gemeinsamen kulinarischen Umfeld von Elif Oskan und Markus Stöckle.
Das Tasting Menu kostet CHF 266 pro Person, inklusive Wasser und Schweizer Mehrwertsteuer. Dinner gibt es von Dienstag bis Samstag. Lunch ist von Mittwoch bis Samstag vorgesehen; zusätzlich startet ab 23. September eine kleine saisonale À-la-carte-Auswahl am Mittag.
Reserviert wird direkt über die Website von Marküs. Wer Stöckles Weg seit dem Rosi verfolgt hat, dürfte hier besonders neugierig sein: Marküs klingt nicht nach Rückkehr, sondern nach einem nächsten Kapitel.
Bilder: © Torvioll Jashari






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