[Unterwegs] Schnee und Food im Waadtland

Im Waadtland

Von Aigle schlängelt sich die Strasse ins Tal hinein. Hier unten hat man schon fast den Eindruck, dass der Frühling einzieht. Unser Ziel ist Les Diablerets, einem kleinen romantischen Dorf in schöner Lage. Es ist nicht gerade um die Ecke von Zürich, aber über Bern, Vevey und Montreux braucht man weniger als drei Stunden, um die Bergluft zu atmen. Die Strecke am Genfersee entlang ist dabei schon fast die Reise wert, die Aussicht auf den See ist magisch. Wer lieber durch die Berge fährt, kommt auch über Spiez und Gstaad in das kleine Bergdorf. Mit dem Zug dauert es etwas länger, aber Les Diablerets verfügt tatsächlich über einen Bahnhof, ganz hinten am Ende im Tal.

Wer am Vormittag aus Zürich anreist, könnte gerade rechtzeitig das Mittagessen in Aigle bei Alexandre Luquet und Ana Ronc in der Pinte Communale einnehmen, ein Besuch des Michelin Bib Gourmand und 14 GM Punkte Restaurants lohnt sich. Ausserdem kann man in Aigle beim Weingut Henri Badoux vorbeischauen, das insbesondere durch die Marke Aigle les Murailles bekannt sein dürfte.

Das Château d’Aigle
Tal Richtung Les Diablerets
Das Dorf Les Diablerets
Oben links sieht man die Bergstation von Glacier 3000

Schlittenfahren

Klar, Ski- und Snowboardfahren sind cooler, anspruchsvoller und erzeugen mehr Adrenalin. Schlittenfahren dageben ist eher etwas Langweiliges für Familien. Bis man auf diesen Rennschlitten sitzt, die nichts mit den alten Davoser-Schlitten gemein haben und ins Tal saust. Das macht so unglaublich viel Spass und ist so lustig, insbesondere wenn man bei den Boden-(Schnee-) Wellen fast vom Schlitten katapultiert wird. Ganz besonders attraktiv ist Schlittenfahren, wenn man den Berg nicht hochlaufen muss, sondern sich bequem in die Gondel setzen kann, um dann vom Startpunkt, in diesem Fall von der Bergstation Les Mazots auf 1717 m Höhe über eine Länge von 7.2 km ins Tal zu rodeln. Damit ist die Bahn eine der Längsten der Schweiz! Über 560 Höhenmeter legt man dabei zurück.

Schwer ist die Piste nicht und wenn man sich beeilt, dann schafft man es in 35 Minuten hoch und wieder runter. Aber das ist eigentlich schade, denn bei der herrlichen Landschaft lohnt es sich, ein paar Pausen einzulegen. Drei Mal pro Woche kann man sogar Nachts mit Taschenlampen die Tour machen, dann müssen die Schlitten aber obligatorisch vorher reserviert werden. Schlitten hat es genug vor Ort, nur ein paar Meter von der Talstation hat es einen Verleih für Schlitten.

Alle Infos zum Rodeln findet ihr auf der Webseite von Les Diablerets.


Essen gehen

Vom Hotel sind es keine 5 Minuten zu laufen bis zum Restaurant La Potinière. Der grosse Raum passend zur Region ist im Chalet-Stil ausgebaut und das junge Team kümmert sich liebevoll und schnell um die Gäste. Wir haben grossen Hunger vom Schlittenfahren und bestellen die Fleischgerichte für den Abend:

  • Niedergegartes Schwein, Kartoffelbrei, in Olivenöl gegarte Karotten
  • Kalbsnuss à la minute Zürcher Art, Rösti, Gemüse
  • Rinderfilet Rossini (das ist mit Gänseleber und Trüffel), Duxelles von Champignon und Morcheln (das ist eine würzige Farce von Pilzen), Kartoffelgratin, Gemüse

Alle Gerichte waren ausgezeichnet, wobei uns das niedergegarte Schwein am Besten geschmeckt hat. Ein Besuch vom La Potinière ist also sehr zu empfehlen!

 

Am nächsten Abend haben wir uns das Chez Lacroix ausgesucht. Es ist so gut besucht, dass man sich bei der Reservierung gleich entscheiden muss, ob man früh oder etwas später essen möchte. Die Pizza ist im ganzen Ort beliebt, aber man bekommt auch Rösti in allen Variationen oder ein ordentliches Stück Entrecote. Dazu wird entweder Kräuterbutter oder eine Pfeffersauce serviert, beides gut und nach dem ganzen Tag im Schnee kann man ein paar Kalorien gut gebrauchen. Die Stimmung ist ausgezeichnet dort und wenn wir noch länger in Les Diablerets geblieben wären, dann hätten wir sicher noch mal vorbei geschaut.


Skifahren

Nach dem ersten Rodeltag ging es aber endlich auf die Skipiste. Das ganze Skigebiet Villars-Gryon-Diablerets-Glacier 3000 umfasst 132 km, aber die Skigebiete sind nicht alle miteinander verbunden. Direkt bei Les Diablerets geht es erstmal hoch auf 1717 m. Von dort hinab und mit einer Traverse kommt man in die Gebiete Villars und Gryon, dort geht es bis auf 2120 m hoch. Um zum Glacier 3000 zu kommen, muss man von Les Diablerets erst ein paar Kilometer Richtung Gstaad fahren, dann wird man aber mit einem herrlichen Skiparadies belohnt.


Das Dorf Les Diablerets

Les Diablerets ist ein Ski-Ort, wie man ihn sich wünscht! Keine Hochhäuser, keine hässlichen Bauten, ein hübscher Ortskern, nicht viel Verkehr und schöne Geschäfte. Es gibt einen herrlichen Käseladen, einen Metzger, gute Bäckereien und etwas shoppen gehen kann man auch. Aber das steht hier nicht im Vordergrund! Das Tal ist an dieser Stelle sehr offen und weit, man fühlt sich nicht eingezwängt zwischen den Bergen und man spürt um diese Jahreszeit schon fast etwas den Frühling. Wobei, nicht zu schnell, denn der Schnee soll noch etwas bleiben!


Wander-Raclette

Zum Abschluss haben wir das Rando Raclette ausprobiert. Dafür könnt ihr beim Tourismusbüro ein Set bestellen, mit Käse, Bier, Wurst und einem kleinen spiritusbetriebenen Ofen. Drei verschiedene Touren werden angeboten und sind gekennzeichnet und so kann man sich alleine auf den Weg machen, sei es mit Schneeschuhen, Langlauf- oder Tourenskien, um das Raclette geniessen zu können.

Wer weder Ski noch Schneeshuhe hat, kann auch einfach laufen, so wie wir. Durch einen schönen Wald geht es am Bach entlang leicht ansteigend ins Tal, nach 30 Minuten erreicht man den kleinen Platz und kann dort den Käse über dem Feuer erwärmen.

Es waren schöne Tage in Les Diablerets und wir waren sicher nicht das letzte Mal dort.

Ein paar Infos in der Übersicht

Informationen

Ort: Les Diablerets

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Aufenthalt: 23.-25.02.2022

Hinweis: FoodFreaks wurde vom Tourismusverband für Übernachtung, Abendessen und Bergbahnen eingeladen.

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