[Unterwegs] 15 Stunden Kurzferien auf dem Feusisberg

Endlich Ferien.

Leider kann man das nicht so oft sagen, wie man es sich wünschen würde. Gegen die Anzahl Ferientage kann man freilich nichts tun, die sind fix. Was man aber durchaus ändern kann ist es, die Zeit einfach mal für kurze Ferien zwischendrin zu nutzen. Und wie wir in Feusisberg erfahren durften, braucht es dazu nicht gerade mal 15 Stunden und man hat eine Menge erlebt und sich gut erholt.

Freundlicherweise hat uns das Panorama Resort & Spa Feusisberg eingeladen, nicht nur das neue thailändische Restaurant Loy Fah zu testen sondern auch gleich in der Junior Asian Suite zu übernachten. So haben wir uns an einem Mittwochnachmittag etwas früher aus dem Büro verabschiedet und sind um 15 Uhr am Zürisee entlang in einer halben Stunde nach Feusisberg gefahren. Der grosse Hotelkomplex thront hoch über dem Zürisee mit einer wunderschönen Aussicht.

Gleich nach der Ankunft konnten wir unsere grosszügige Suite im leicht asiatischen Stil beziehen, und es hat nicht lang gedauert, bis wir direkt mit dem Aufzug in die unterste Etage in den Spa gefahren sind. Zuerst etwas Fitness (schliesslich hält hier die Schweizer Fussballnationalmannschaft immer wieder ihre Kadertrainings ab, da muss man auch so tun, als ob man Sport macht), danach genüsslich in den verschiedenen Pools (Infinity Pool mit herrlicher Sicht!), Saunen und Dampfbädern. So kann man sich in Ruhe auf das Menu am Abend im Restaurant vorbereiten.

Das Contemporary Thai Restaurant Loy Fah

Das Hotel Panorama Resort & Spa gibt es schon lange, das Contemporary Thai Restaurant Loy Fah hat aber erst im Sommer 2018 geöffnet. Dafür hat Gastgeber Paul Rüegg gleich den gesamten 4. Stock umgestalten lassen und alles in edlem asiatischen Schick einrichten lassen. Mit seinem Konzept hat er nicht bei der Einrichtung halt gemacht, sondern auch gleich ein gastronomisches Konzept mit dem thailändischen Stargastronomen Chef Tammasak Chootong (Noi) entwickelt. Um die thailändische Philosophie der Gastfreundschaft authentisch und optimal umsetzen zu können, sind fast alle der Mitarbeiter im Restaurant Thailänder.

Tammasak Chootong führt in Thailand das edle Restaurant Suay in Phuket und neu auch eines bei Cherngtalay. Seine Ausbildung hat er in Deutschland absolviert und dort auch in einigen Sterne-Restaurants gekocht. Seine Karriere führte er in grossen internationalen Hotels fort, um schliesslich einer der ganz grossen Köche von Thailand zu werden. Seit kurzem trägt er nun auch selbst den ersten Stern.

Paul Rüegg hat ihn nach Feusisberg geholt, um das gastronomische Konzept umzusetzen und die ersten Wochen hat Chef Noi vor Ort unterstützt. Da er weiterhin in Phuket das Restaurant führt, sorgt Chef Pitch Tangurai für die perfekte Umsetzung der Gerichte.

Bevor wir mit dem Menu starten, geniessen wir einen wunderschönen Cocktail in der Mangomoon Sky Bar, die direkt neben dem Restaurant im vierten Stockwerk untergebracht ist.


 


 


 


 

Das Menu

Wer nur schnell ein thailändisches Curry geniessen möchte, der bleibt  besser in Zürich. Ins Loy Fah geht man, wenn man sich auf ein schönes und authentisches thailändisches Dinner einlassen möchte. Anstatt die Speisekarte mit den Preisangaben zu überfrachten, definiert man die Gänge pauschal. Für 3 Gänge bezahlt man CHF 88, für 4 Gänge CHF 99. Wem die Karte aber allzu gut gefällt, der kann auch beliebig weitermachen, für CHF 15 pro Gang kann entsprechend erweitert werden. Die Preise gelten übrigens für die hinteren Plätze im Restaurant, für einen Fensterplatz muss man CHF 10 pro Menu mehr bezahlen. Das erscheint auf den ersten Blick ungewöhnlich, wenn ihr aber erstmal am Tisch den Ausblick über den See geniesst, dann versteht ihr schnell, warum es das wert ist. Die Karte wird gedruckt und in iPad-Form gereicht, wobei die meisten Gäste sich bei unserem Besuch für die klassische Karte entschieden haben. Ganz klassisch ist diese hingegen auch nicht, die bunten Bildchen neben jedem Gericht geben zwar eine interessante Orientierung über die zu erwartenden Gerichte, schmälern jedoch etwas den gehobenen Anspruch, den das Restaurant hat. Auf die Speisen hat das zum Glück keinen Einfluss!

Kleine Übersetzungshilfe

Bai = Blatt
Gai = Hühnerfleisch
Gapi = Garnelenpaste
Gaprau = Basilikum
Guung / Goong = Garnelen
Hed = Pilze
Kha/Khao = Reis
Khaa = Galgant/ Galangalwurzel
Khao Pad = Gebratener Reis
Kiau = grün
King / Khi = Ingwer
Mee Grob = knusprig gebratene Nudeln
Nam / Naam = Wasser
Nam Pla = Fischsauce
Nuea = Rind (oder allgemein Fleisch)
Pad / Pat = pfannengerührt
Ped = Ente kross
Pla = Fisch
Plaa Meuk / Plamueg =Tintenfisch
Prik = Chili
Puu / Poo = Krebs
Tau Hu = Tofu
Tom = gesotten / Suppe
Whan = süss
Wun Sen = Glasnudeln
Yam = sauer-scharf (meist bei Salat)

Chef Pitch Tangurai

In einem kurzen Interview erzählt Pitch, das er für kurze Zeit mit Tammasak Chootong in Thailand gearbeitet hat, bevor er für 4 Jahre nach Australien und ein weiteres Jahr nach Neuseeland ging, um dort in westlichen Gourmet-Restaurants zu arbeiten. Anschliessend kam er für einige Zeit wieder nach Thailand, bevor er den Schritt in die Schweiz wagte. Ursprünglich kommt er aus dem Südosten Thailands, einer eher wenig touristischen Gegend.

Der Stil von Loy Fah ist eine moderne, zeitgemässe Umsetzung klassischer thailändischer Küche. Die meisten Zutaten kommen zwar aus Thailand, aber einige Zubereitungen sind westlich geprägt. Auch wenn Hauptzutaten, wie zum Beispiel Ente (aus Frankreich) oder Rindfleisch (aus der Schweiz) aus Europa verwendet werden, so kommen doch in jedem Gang thailändische Gewürze zum Einsatz. In den Gerichten finden sich zudem immer wieder asiatische Zutaten, die hier sicherlich nur wenigen bekannt sind, wie zum Beispiel die Umibudo, eine Meer-Algen-Traube im Ceviche.

Unglaubliche Aussicht bis nach Zürich.
Schönes Besteck!
Appetizer mit Thunfischsalat

 


Starter

Die Entscheidung fällt schwer. Obwohl jeder von uns vier Gänge bestellen möchte und wir diese wie gewohnt so abstimmen, dass wir acht verschiedene Gerichte testen können, fällt die Auswahl nicht leicht. Auf das Dessert wollen wir verzichten, wenngleich die Zubereitung direkt am Tisch sehr verführerisch aussieht. Aber die Speisekarte ist bereits bei den Vorspeisen so verführerisch, dass wir befürchten, für ein Dessert später schlicht keinen Platz mehr im Magen zu haben.
Zu unserer Überraschung werden uns thailändische Weine serviert, ein weisser Colombard, danach ein Shiraz Rosé. Beide vom Weingut Monsoon Valley und schön frisch und fruchtig. Wir waren im November im Loy Fah, diese Weine würden sicher an einem heissen Sommertag noch besser passen.

Tuna Tatar

Unser erstes Gericht ist ein Thunfisch Tatar nach einem Rezept der Isaan-Küche. Diese Küche kommt aus dem Nordosten Thailands und ist nah an der laotischen Küche. Das Tatar ist mit Koriander und Chilis abgeschmeckt, enthält zudem knusprige Elemente, wie wir später erfahren haben waren das klein gecrashte Puffreis-Körner. Dazu serviert wurden gebackene Pilze und Tapioka Chips. Ausgezeichneter Starter, nicht zu scharf abgeschmeckt.

Ceviche Share Nham Pla

Zu dem Tatar bekamen wir noch ein Ceviche serviert, das man ganz ursprünglich aus der peruanischen Küche kennt. Im Loy Fah wird der thailändische Königsfisch mariniert und mit Zitronengras und Chili-Limetten-Dressing abgeschmeckt. Schön frisch und sehr würzig. Besonders interessant und mit leicht salzigem Geschmack: die Meer-Algen-Trauben. Diese Umibudo genannten Seegräser entwickeln kleine grüne Perlen, die sich von der Konsistenz fast mit Kaviar vergleichen lassen. Die Trauben sind sehr empfindlich und müssen deshalb zügig verarbeitet (und gegessen) werden.

Auberginen Yam Ma Khua Yao

Auberginen gehören nicht zu meinen Lieblingsgemüsen, aber was hier serviert wurde, war etwas Besonders und ausgezeichnet. Warm mariniert, im Big Green Egg leicht geräuchert waren sie weich von der Textur und leicht rauchig im Geschmack. So haben sie einen schönen Gegenpol zu den gegrillten Tiger Crevetten und den gerösteten Thai-Chilis an Kokosnuss-Dressing und Tobiko-Kaviar aufbauen können.

Frühlingsrollen Pho Pia Sod

Die Frühlingsrollen waren frisch, herrlich leicht und von ausgezeichneter Qualität. Gefüllt mit Crevetten, Salaten und diversen Kräutern wurden dazu zwei  Saucen gereicht, einerseits die klassische Süss-Saure-Sosse, andererseits die typische Satay-Erdnusssauce. Beide von hoher Qualität!

 


Suppen

Die bekannte Tom Kha Gai kennt sicher jeder, bei dem Geschmack gibt es hingegen unglaublich grosse Unterschiede. Im Loy Fah kann man sicher jede Suppe ohne Einschränkung bestellen! Einige davon sind stark aufgeschäumt und werden dadurch noch cremiger. Die typische Schärfe der thailändischen Küche ist bei diesen Suppen natürlich sehr ausgeprägt.

Tom Yam Goong

Erst am Tisch wird die traditionelle sauer-scharfe Suppe mit Zitronengras auf die Black-Tiger-Crevetten aufgegossen. Wirklich sehr scharf, aber geschmacklich sehr gut.

Tom Yam Lobster Bisque

Ein wunderschöner Gang! Tom Yam Lobster Bisque mit Lobster-Krokette und Sriracha-Chili-Sauce. Die Suppe sämig und schön würzig, aber scharf. Die Sauce kommt aus der Stadt Si Racha und wird aus Chili, Knoblauch, Zucker und Essig hergestellt.

 


Hauptgerichte

Geang Phed Ped Yang

Zum Hauptgericht hat uns die Confit-gegarte Ente (Fr) in rotem Thai Curry mit Litschi und Ananas vollständig überzeugt. Die Qualität der Zutaten sticht hervor und wird von einem schön sämigen Curry wunderbar abgerundet. Vorzüglich abgeschmeckt ist dies ein Gang, den wir uneingeschränkt weiter empfehlen können.

Falls ihr mal selbst ein Thai Curry kochen wollt und dafür die Paste nicht kaufen wollt: hier ist das Rezept.

Scharfer Thai Basilikum Phad Kraprao

Auch wenn mich der Name des Gerichts etwas abgeschreckt hat, denn scharf waren sämtliche vorangegangenen Gänge ebenfalls, konnte ich doch nicht wiederstehen: Gegrillte CH Black Angus Streifen, im Wok geschwenkt mit grünem Spargel, Pilzen und Thai Basilikum Sauce. Ich habe es nicht bereut und mit der schönen Auswahl an Reis-Sorten, die zu den Hauptspeisen gereicht werden, kann man die Schärfe auch etwas abmildern.


 

Frühstücksbuffet am nächsten Morgen.
Frühstück am Morgen vor der Abreise.

Fazit

Für Kurz-Ferien ebenfalls wichtig: das Frühstück. Hier sticht das Feusisberg sicherlich viele Konkurrenten aus: das Frühstück ist wirklich vielfältig, sehr reichhaltig und dennoch sehr frisch und durchweg von hoher Qualität. Zusätzlich lädt die Aussicht des Frühstücksraums mit grosser Fensterfront ein, auf einen weiteren Kaffee zu verweilen. Nach einem sehr behaglichen Frühstück mit Blicken auf sich lichtende und dann wieder verdichtende Nebelschwaden über dem Zürichsee machen wir uns am nächsten Tag zurück auf den Weg nach Zürich. Um 9 Uhr sind wir wieder im Büro und es bleibt die Erinnerung an einen kurzen, aber intensiven Ausflug.

Was uns am besten gefallen hat? Das Restaurant und das Frühstück. Wir sind FoodFreaks. Neben dem äusserst delikaten Essen hat uns insbesondere auch der Service überzeugt. Selten haben wir uns so aufgehoben und willkommen gefühlt. Das Team lebt die thailändische Gastfreundschaft und wir hatten uns unglaublich wohl gefühlt. Von daher ist das Restaurant absolut empfehlenswert. Übrigens auch dann, wenn ihr nicht übernachten wollt und es vorzieht, am Abend wieder daheim in eurem Bett zu liegen. Denn weit ist es wirklich nicht von Zürich entfernt!

Wunderschöne Stimmung bei der Abfahrt zurück nach Zürich.

 

Informationen

Panorama Resort & Spa
Schönfelsstrasse
8835 Feusisberg

+41 44 786 00 00
Email: info@panoramaresort.ch

 

Öffnungszeiten:

Mittwoch bis Sonntag: 18.00 bis 23.00 Uhr

 

Besucht am 28.-29.11.2018

FoodFreaks wurde für das Abendessen und Übernachtung eingeladen.

Lage des Restaurants

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