[Rezept] Was kochen im Mai?

Rhabarber - köstlich im Mai.

Der Coronavirus treibt noch immer sein Unwesen, aber der Natur ist das recht egal und die warmen Tage lassen im Garten die ersten Gemüse reifen. Es ist ein rechter Luxus, in der engen Stadt Zürich einen Garten zu haben und doch zumindest einiges an Gemüse selbst ziehen zu können. Es sind keine riesigen Mengen, zum Glück müssen wir davon nicht leben und es gibt noch einen Gemüsehändler, der inzwischen auch wieder auf dem Marktstand steht.

Rhabarber, ein Gemüse, das den Schnecken trotzt und problemlos vor sich hinwächst, ohne das man sich darum kümmern muss. Und zudem köstlich für einen Kuchen oder ein schnelles Rhabarber Crumble mit Vanillesauce. Eine Foodbloggerin hat mir dazu noch einen interessanten Tipp gegeben: Makrele mit Rhabarber, eine sicher sehr gut passende Kombination. Ausserdem lässt sich Rhabarber gut mit Rosmarin, Orangen und Chili kombinieren. Wobei man nie den Zucker vergessen sollte. Auch bei den herzhaften Gerichten braucht es etwas Zucker, um die Säure etwas abzumildern.

Rhabarber - mit etwas Zucker und Wasser im Ofen.
Rhabarber - frisch aus dem Garten.
Direkt aus dem Ofen - Rhabarber Crumble.

Ebenfalls kommen im Mai die Radieschen zum Vorschein, dicht unter der Erde schimmert das leuchtende Rot hervor. Meist sind sie recht klein und man wundert sich, wie denn eigentlich die grossen immer gleich grossen Radieschen im Supermarkt wohl gewachsen sind. Aber egal, was gibt es Schöneres, als gleich im Garten die Radieschen zu verspeisen. Essen kann man übrigens nicht nur die rote Knolle sondern auch die Blätter. Damit lässt sich ein feiner Salat erstellen. Vorreiterin beim Thema Leaf to Root ist übrigens Esther Kern, die dazu ein ganz tolles Kochbuch erstellt hat.

Ganz besonders liebe ich die Kräuter im Garten: die Pfefferminze wuchert und wartet darauf, in den nächsten Salat zu wandern oder in ein Kräutersösschen mit Creme Fraiche und Joghurt. Wir stecken übrigens immer einen Zweig Pfefferminze in einen frischen Wasserkrug, so ist das Wasser immer schön aromatisiert. Auf die Zitronenmelisse muss man noch etwas warten, da gibt es noch nicht viele Pflanzen. Aber das kommt noch.

Frische Pfefferminze - wuchert kräftig, aber ich habe nichts dagegen!
Schnittlauch - auch die Blüten sind essbar. Die Stengel werden dann leider zu fest und schmecken nicht mehr.
Blühender Thymian - perfekt zu Schweinefleisch.

Ein Gemüse, das definitiv in den Mai gehört, ist der Spargel. Den haben wir aber noch nicht im Garten und dazu wird es wohl auch nicht kommen. Wobei, Wildspargel wollen wir mal ausprobieren. Meist wird der grüne Spargel in der Pfanne gebraten, der Weisse wird gekocht. Ihr könnt aber auch sehr gut den weissen Spargel schälen, in 2-3 cm lange Stücke schneiden und einige Minuten in Butter dünsten. Das Spargelaroma kommt da besonders kräftig zu Geltung, passt super zu einem schönen Stück kurzgebratenem Fleisch und einer Sauce Hollandaise. Letztens bin ich beim Rezeptesuchen über die Seite von Hellofresh gestolpert, da findet ihr auch viele schöne Rezeptideen.

Weisser Spargel - Morchel - Bärlauchsauce.
Weisser Spargel, auch zum Anbraten geeignet.
Vom grünen Spargel kennt man das Anbraten schon.

Die Erbsen sind bei uns noch nicht so weit, aber die ersten Kefen konnten wir schon ernten. Bei den paar Kefen lohnt sich das Kochen kaum, deshalb schneiden wir sie fein für den Salat. Wenn man aber ein paar mehr davon hat, dann kann man sie auch 2 min blanchieren, in Eiswasser abschrecken und mit einer Vinaigrette anrichten.

Was auch herrlich in den Salat passt, sind Erbsenblätter. Sie sind wunderbar frisch und schmecken unglaublich nach Erbsen.

Rhabarber - köstlich im Mai.

Manchmal hat man Glück, da findet man die Morcheln im Frühjahr sogar im Garten. Sie kommen des öfteren mit dem Rindenmulch mit. Aber für gewöhnlich muss man sich selbst auf den Weg machen und kommt meist mit wenig oder gar keiner Ausbeute zurück. Aber manchmal wird man vom Erfolg überrascht!

Der Mai jedenfalls ist zum Kochen einfach wunderbar! Und endlich kann man auch an einem lauen Frühlingsabend im Garten oder auf dem Balkon den ersten Rosé draussen trinken.

Weltmeister im Verstecken!
Einfach nur köstlich.

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