[Rezept] Irish Beef. Melone. Aubergine.

Angeräuchertes Ribeye. Thai Melonen Curry Espuma. Augerinenrollen. Auberginen gepickelt. Auberginen-Chips. Melonenkerne geröstet.

Ob wir wieder mit dabei sind, beim Irish Beef Foodblogger Contest? Was für eine Frage! YES, wir sind wieder mit dabei. Warum? Erstens, es macht Spass, sich einer Kochaufgabe zu widmen, die zur Verfügung gestellten Zutaten hin und her zu schieben, Texturen und Kombinationen zu überlegen und seine zuweilen etwas eingerosteten Standard-Zutaten zur Seite zu legen. Zweitens wird eine wunderbare Zutat zur Verfügung gestellt, dieses Mal vier herrliche Ribeyes von BordBia, der irischen Lebensmittelagentur. Drittens (wenn man es unter die letzten Drei schafft) der Kochevent in der Residenz des irischen Botschafters in Bern, der einen Foodblogger vor die etwas ungewöhnliche Aufgabe stellt, plötzlich im Rampenlicht gegen Zeitdruck und vor einer hochdekorierten Jury zu kochen, Sternegeadelt und Experten in irischem Beef, denn allesamt sind sie im Irish Beef Club. Viertens, hüstl, es gibt etwas zu gewinnen (das letzte Mal eine phantastische Reise nach Irland, die uns gezeigt hat, was Irland alles kulinarisch zu bieten hat. Und das ist viel!). Aber jetzt muss das Rezept erstmal überzeugen, denn die anderen Foodblogger sind allesamt Schwergewichte, wenn es um Kreativität und gute Rezepte geht. Mit dabei:

Therese von Signora Pinella, Kathrin von Kuisine, Marco von My Food Prints, Caro & Tobi von Foodwerk, Dominik von Share and Eat, Nicole von Mags Frisch und Alexandre von The Frenchie Kitchen Club. Eingeladen hat Claudio von den Anonymen Köchen, der zum Glück als Vertreter des Irish Beef Clubs nicht mitmachen darf, sonst könnte man gleich den Kochlöffel in die Ecke werfen.

Die Aufgabe

Ein Rezept mit Irish Beef Ribeye. Und Aubergine. Und Honigmelone. Beim Finaltag gibt es einen Warenkorb mit definierten Zutaten, die aber auch erweitert werden dürfen. Voraussetzung ist es aber, Melone und Aubergine zu verwenden! In diesem Rezept halten wir uns bereits an diese Vorgaben und haben ein Rezept mit den Vorgaben entwickelt. Insgesamt sind folgende Lebensmittel im Warenkorb:

Gewürze, Öle, etc.:

  • Olivenöl
  • Butter
  • Zucker
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • Paprika
  • frischer Rosmarin
  • Thymian
  • Estragon
  • Petersilie
  • Ingwer
  • Sojasauce
  • Irish Whiskey
  • Guinness Bier
  • Ketchup
  • Senf
Gemüse:

  • Schalotten
  • Frühlingszwiebeln
  • Knoblauch
  • Kartoffeln
  • Tomaten
  • Chili
  • Speck
  • Gruyere
Pflichtzutaten:

  • Irish Beef
  • Honigmelone
  • Aubergine

 

 

Überlegungen

Honigmelone und Aubergine, kombiniert mit Irish Beef. Das ist eine Herausforderung! Also erstmal die Zutaten auflisten und Kombinationen auflisten. Melone auf den Grill? Melone als Halbkugel ausgestochen, mit Irish Whiskey getränkt und flambiert? Melonen-Tartar? Auberginen-Tartar? Oder erwärmt und gemischt? Melone als Creme? Oder als Espuma? Aber wie bekommt man die Melone warm? Einfach als Ganzes auf den Grill legen und die Sauce vielleicht in der Melone kochen? Mit Rosmarin, Thymian und Guinness? Melone ist süss, Schärfe könnte ihr gut tun, und Cremigkeit, ein Thai Curry kommt als Idee auf.

Leider gibt es auf dem samstäglichen Wochenmarkt keinerlei Honigmelonen. Dafür locken die ersten Netz-(Galia-)Melonen, die im Gegensatz zu uns hier in der Schweiz schon viel warme Frühlingssonne in Italiens Süden genossen haben. Mit dem satten Orange macht es auch farblich ein schöneres Bild.

Die Aubergine kann die Aufgabe der Beilage übernehmen. Im letzten Jahr verwendeten wir den Apfelausstecher, um das Innere des Apfels zu entfernen. Dieses Jahr wird er eingesetzt, um den ausgestochenen Inhalt zu verwenden, als Auberinenrollen. Nach einigen Tests mit einer passenden Kruste erweist sich Sesam geschmacklich als perfekte Kombination.

Ein Ribeye gehört für kurze Zeit auf den Grill, schöne Röstaromen sollten sich entfalten, vielleicht wäre es noch etwas zu marinieren, wie beim letzten Mal? Oder etwas Neues. Ich finde Räucherbretter aus Rot-Zeder, normalerweise für Fisch, aber warum nicht mal für Fleisch? Oben und unten, zusammen gebunden geben Sie dem Fleisch einen schönen Räucherton.

Doch es fehlt noch die Säure im Gericht. Wir entscheiden uns für gepickelte Auberginen.

Irish Beef und Einladung.
Brainstorming.

 

Irish Beef in Rot-Zeder grilliert.

Zutaten:

  • 1 Ribeye
  • 2 Grillplanken / Räucherbretter aus Rot-Zedern-Holz im Format des Ribeyes
  • Metzgergarn
  • Butter
  • 1 Zitronengras
  • Maldon Sea Salz
  • Schwarzer Kampot Noir Pfeffer
  • (kleiner Topf)
  • (Säge)
  • (Fleischthermometer)

Vorbereitung:

  1. Grillplanken wässern. Versucht mal, diese in Wasser mit Guinness oder Irish Whiskey zu wässern. Mindestens eine Stunde lang, aber nicht mehr als 2-3 Stunden.
  2. Metzgergarn wässern.
  3. Nach dem Wässern (oder auch davor) die Bretter dort einsägen, wo der Garn verlaufen wird.
  4. Das Zitronengras mit dem stumpfen Ende des Küchenmessers etwas plattklopfen, den Strunk stehen lassen. Mit einem kleinen Küchenmesser das Zitronengras längs etwas einschneiden, damit so etwas wie ein Pinsel entsteht.

Zubereitung:

  1. Das Fleisch zwischen zwei Räucherbretter legen und verschnüren. Den Garn gut in die eingesägten Schnitte drücken, damit er nicht gleich verbrennt.
  2. Fleisch auf den nicht so heissen Bereich des Grills legen. Ständig wenden, auch senkrecht aufstellen, damit das Fleisch am Rand schön braun wird. Darauf achten, dass das Garn nicht durchbrennt. Das Fleisch muss ständig beaufsichtigt werden. Selbst kurz ein kleines Bier aus dem Kühlschrank holen wird sofort mit einem brennenden Brett bestraft! Dafür wird aber die ganze Nachbarschaft mit dem herrlich süssen und zugleich würzigen Räucherduft der Zeder belohnt.
  3. Nach ein paar Minuten Fleischthermometer von der Seite einstechen. Wenn das Fleisch ca. 40 Grad Kerntemperatur hat, vom Grill nehmen und beiseite stellen. Ruhen lassen. In dem Holz wärmt es noch eine Weile nach, die Temperatur steigt dann noch.
  4. Kleinen Topf auf den Grill stellen, grosses Stück Butter rein, schmelzen lassen.
  5. Nach ca. 5 min Garn aufschneiden und Fleisch entnehmen.
  6. Fleisch auf den sehr heissen Bereich des Grills legen und schnell und stark anrösten.
  7. Mit dem Zitronengraspinsel das Fleisch mit viel von der flüssigen Butter arosieren.
  8. Vom Grill nehmen, salzen und pfeffern. Anrichten.

 

Ribeye, in Räucherplanken grilliert.
Räucherbretter einsägen.
Fleisch dazwischen legen.
Mit Garn verknoten.
Fertig für den Grill.
Auf den Grill legen.
Häufig wenden.
Auch senkrecht stellen.
Nach dem Ruhen das Garn aufschneiden.
Feuer kräftig anheizen.
Fleisch auf den heissen Bereich legen.
Anbraten, danach die Butter.
Mit Butter arosieren.

 

Thai Melonen Curry Espuma

Zutaten:

  • 1 Melone
  • 2 Teel. rote Thai Curry Paste (nicht zu scharf)
  • 1 Zitronengras
  • 2 Kaffirlimettenblätter
  • 1 Knobli
  • kleines Stück Ingwer
  • etwas Sesamöl zum Anbraten
  • 200 ml Kokoscreme
  • Rapsöl für die Kerne
  • Salz

Zubereitung:

  1. Die Melone oben abschneiden, damit man einen Deckel erhält. Die Kerne mit einem Löffel entfernen und aufheben.
  2. Das Gericht könnt ihr übrigens auf dem Grill oder im Ofen zubereiten. Wenn auf dem Grill, braucht ihr einen winzigen Topf, in dem ihr alle Zutaten ausser Melone und Kokoscreme in Sesamöl anbratet. Wenn die Düfte sich schön entfalten, Kokoscreme angiessen, kurz erwärmen.
  3. Die vorbereitete Sauce in die Melone giessen, mit dem Deckel verschliessen, in Alufolie einpacken und für ca. 30 min auf den Grill legen. Setzt die Melone in einen Ring aus Alufolie, damit sie nicht umkippt. Am besten den Grill verschliessen, damit die Hitze gleichmässig an die Melone kommt. Unser kleiner Mini-Grill hat die Melone fast nur unten erhitzt. Direkt ins Feuer legen ist nicht eine sehr gute Idee, weil die Schale dann von unten zu schnell verbrennt und die Melone oben noch nicht „durch“ ist.
  4. Nach ca. 30-40 min. die Melone vom Grill nehmen. Deckel ab und mit einem Esslöffel das Fruchtfleisch von der Melonenschale lösen.
  5. Melonenfruchtfleisch und Kokoscreme in ein Gefäss schütten, Zitronengrass, Ingwer, Blätter, Knobli und Ingwer entfernen.
  6. Creme pürieren und durch ein sehr feines Sieb streichen.
  7. In Isi-Whip füllen, 2 Gaspatronen, 20 min in der Wärme ruhen lassen.
  8. Melonenkerne vom Fruchtfleisch trennen und entweder kurz auf einem Küchenpapier ausbreiten, damit die Feuchtigkeit entzogen wird. Dann den kleinen Topf von der Sauce waschen und gleich wieder verwenden. Die Kerne in ordentlich Öl rösten, mit Salz würzen und beiseite stellen.
    Alternativ könnt ihr die Kerne auch direkt auf dem Grill rösten, in einer kleinen Alu-Form. Hierfür ist es schön, wenn die Kerne noch ein wenig von der Melonenfeuchtigkeit drumrum haben, das wird geschmacklich noch intensiver. Dazu einfach die feuchten Kerne auf eine kleine Alufolien-Form geben, grosszügig Rapsöl und Salz drauf und ab auf den heissen Grill. Ab und zu umrühren.

 

Melonendeckel abschneiden.
Melonenkerne entfernen.
Paste und Gewürze andünsten.
Kokoscreme dazu.
Deckel drauf, in Alufolie.
Besser auf den Grill als in die Glut!
Melonen-Kokoscreme sieben.
In den Isi-Whip.
Melonenkerne anrösten.

 

Auberginen-Rollen

Zutaten:

  • 1 Aubergine
  • Neutrales Öl
  • ein paar Tropfen Zitrone
  • helle Sesamkörner
  • Salz
  • (Apfelentkerner)

Zubereitung:

  1. Sowohl für die Rollen als auch die Chips braucht ihr eine feste Aubergine. Wenn die Aubergine zu weich ist, funktioniert es nicht!
  2. Helle Sesamkörner in einem kleinen Topf leicht braun rösten. Auf einen kleinen Teller geben und beiseite stellen.
  3. Öl auf einen kleinen Teller giessen und mit etwas Zitrone und Salz mischen.
  4. Die Rollen mit einem Apfelentkerner aus der Aubergine schneiden und in verschiedenen Längen abschneiden.
  5. Sofort in dem Zitronenöl rollen, damit sie nicht braun werden.
  6. Auf den Grill legen und einige Minuten grillieren. Ständig drehen, sonst werden sie schwarz.
  7. Vom Grill nehmen und in den Sesamkörnern wenden. Eventuell unten noch mal sauber abschneiden, damit sie gerade stehen.

Die Auberginenrollen werden sehr schnell zu weich und sehen dann nicht mehr schön aus. Von daher dürfen sie erst kurz vor dem Servieren gebraten werden.

 

Auberginenrollen, in Gewürzmischung gewendet. Zu intensiv!
Auberginenrollen in der Grillpfanne...
... oder auf Alufolie ...
... oder direkt auf dem Grill.
Testversuch: mit Koriander, Cumin, Erdnüsse. Leider zu intensiv.
Viel besser: geröstete Sesamkerne.

 

Gepickelte Auberginen

Zutaten:

  • Reste der Aubergine (ca. 4 EL), sehr fein gewürfelt
  • 100 ml guter Essig
  • 100 ml Wasser
  • 1 TL Meersalz
  • 1/3 TL Senfkörner
  • 1 Knoblauchzehe, viergeteilt
  • 10 frische Pfefferminzblätter

Zubereitung:

  1. Die Reste der für die Rollen ausgehöhlten Aubergine sehr fein in Quadrate schneiden, ca. 3-4 mm Seitenlänge.
  2. Alle Zutaten ausser der Aubergine in einen Topf geben und aufkochen lassen.
  3. Aubergine hinzufügen, für ca. 1 Min. alles zusammen köcheln lassen.
  4. Noch heiss in ein vorbereitetes (sehr sauberes!) Glas mit Schraubverschluss füllen.
  5. 3-4 Tage lang durchziehen lassen. Dann zum ersten Mal öffnen und hoffen, dass der Essig nicht zu stark war… hält sich einige Zeit im Kühlschrank.

 

Auberginen-Chips

Zutaten:

  • Feste Aubergine, evtl. auch den Rest der verwendeten Aubergine
  • Sonnenblumenöl
  • etwas Zitrone
  • (sehr scharfer Gemüsehobel)

Zubereitung:

  1. Die Aubergine in sehr dünne Scheiben hobeln.
  2. Sofort in dem Öl mit ein paar Tropfen Zitrone wenden.
  3. Vorsichtig auf Alufolie grillieren, bis die Scheiben kross sind.

 

Auberginen-Chips auf dem Grill.
Auberginen-Chips in der Pfanne.

 

Angeräuchertes Ribeye. Thai Melonen Curry Espuma. Augerinenrollen. Auberginen gepickelt. Auberginen-Chips. Melonenkerne geröstet.

 

Die anderen Rezepte

Die anderen Foodblogger haben auch richtig schöne Rezepte erstellt, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Hier findet ihr die Links zu den anderen Rezepten (wird noch aktualisiert):

Salatbowl mit Whiskey-Dressing von Mags Frisch

Mille Feuille mit Herz und Irish Beef von Foodwerk

Irish Rib Eye Steak mit BBQ-Guinness Sauce und Country Cuts von Kuisine

Auf Kaffeebohnen rückwärts gegrilltes Irish Beef Rib Eye von MyfoodPrints

Irische Symbiose mit einem Hauch Firenze von Signora Pinella

 

 


Misserfolge

Melonenkugeln mit Whiskey: zu kräftig.
In anderer Form.
Als Tartar. Auch nichts.
Weitere Idee: Speck-Geflecht.
Hat den Espuma und Auberginen überdeckt. War nichts.

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