[Restaurant] Sens: für die Sinne

Vor unserem Balkon im ersten Stock des Vitznauerhofs schaufelt sich der Raddampfer „Uri“durch das Wasser, gleich danach folgt „Schiller“, es ist Hochbetrieb auf dem Wasser. Am Heck hängen überdimensionale Schweizer Fahnen. Seit zwei Stunden hat ein sonnig-wolkiger Himmel die Regenwolken abgelöst und so präsentiert sich zum Abschied alles in reinster Harmonie und Vollkommenheit. Wir blicken mit vollem Magen und schwerem Kopf auf 24 Stunden Luxus und Behaglichkeit zurück, in denen sich jede Minute gelohnt hat. Der Vitznauerhof hat uns ein herrliches Zimmer im mittleren Trakt für das Feinschmecker-Arrangement zur Verfügung gestellt, wir hatten Glück, dass in der letzten Minute noch jemand für das Zimmer abgesagt hatte und wir eines mit Terrasse bekommen haben. Nummer 107 ist durchaus zu empfehlen.

Doch neben dem Entspannen im Hotel hatten wir für das Wochenende ein gutes Restaurant gesucht. Der Gault Millau war wie immer sehr behilflich und da der Vierwaldstättersee dazu eine herrliche Umgebung bietet, fiel die Entscheidung auf den Vitznauerhof. 15 Punkte sind genau richtig für so ein Entspannungs- und Feinschmeckerwochenende. Bei Nachfrage im Vitznauerhof erhalte ich die Information, dass Fabrizio Piantanida mit seiner Equipe die Küche übernommen hat. Wir entscheiden uns, es zu probieren und sind gespannt. Die 7-Gang-Karte für Mai hört sich jedenfalls interessant an.

Kurz vor unserem Besuch schauen wir uns die Juni-Karte der 7 Gänge an und sind etwas enttäuscht. Da hat uns die alte Karte besser gefallen. Aber es ist interessant, sich auch mal überraschen zu lassen. Gespannt sind wir auch auf die angekündigte Weinbegleitung.

Das Restaurant etwas abseits des Hotels ist dessen alter Bootsschuppen, der erst vor 3 Jahren als Restaurant ausgebaut wurde. Mit den Bullaugen-Fenstern hat man beinahe den Eindruck, in einem Boot zu sitzen, aber die stilvolle Einrichtung lässt eher auf das schliessen, was es ist: ein ausgezeichnetes Restaurant. Die Terrasse ist leer, der Regen kündigt sich schon an und verleiht dem See eine gewisse Schwermut.

Der Service ist sehr gut, aber zurückhaltend. Das verwundert auch kaum, wenn man sich die anderen Gäste anschaut. Geld scheint hier kaum eine Rolle zu spielen und so wird das Personal auch eher so behandelt. Der Service im Sens selbst wurde vom sehr sympatischen Marco Sandionigi geleitet, er war vorher, wie die Koch-Crew auch, auf dem Bürgenstock.

Nach dem Amuse-Gueule wurde an der Wand eine Holztäfelung zur Seite geschoben und es erschien ein Bildschirm, auf dem man live die Aktivitäten in der Küche verfolgen konnte. Das erscheint auf den ersten Moment als vollkommen absurd, hat uns aber im Verlauf des Abends sehr viel Spass gemacht, das Geschehen in der Küche zu verfolgen und zu raten, ob denn nun gerade unser nächster Gang zubereitet wird.

An dieser Stelle noch das Menu zu beschreiben, würde diesen Eintrag etwas sprengen, das gibt es deshalb in dem nächsten Eintrag.

2 Kommentare

  1. Dominik Le Jeune 15. Juni 2012 Antworten

    Sehr schön beschrieben und durchaus Lust bereitend, seine Wahrnehmungen und Sinneseindrücke im Blog darzustellen und seine ‚Gäste‘ zu locken…wunderbar!

    • admin 15. Juni 2012 Antworten

      Warte erst mal auf den nächsten Eintrag mit dem 7-Gänge-Menu im Restaurant Sens. Da läuft einem das Wasser im Mund zusammen!

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