[Restaurant] Josef in Zürich

Es ist schon eine Weile her, seit ich das letzte Mal im Josef in der Josefstrasse in Zürich war. So ungefähr 6 Jahre. Zum Glück hat sich in dieser Zeit nicht wirklich viel geändert. Es ist immer noch zum Bersten voll, das gleiche Publikum, die gleiche etwas eigenartige spiegelnde Wandverkleidung und die gleiche Art des Essenskonzepts. Das steht unter dem Motto „Die Abschaffung des Hauptgangs“ und macht Schluss mit der uralten Essensabfolge, die auf Vorspeise, Hauptspeise und Dessert aufbaut. Ein lobenswertes Konzept, ist einem das völlende Hauptgericht oft zu viel und man bereut es spätestens in der Nacht, wenn es wie Blei im Magen zu liegen scheint. Die Italiener, zumindest die in Italien und nicht die italienischen Restaurants nördlich der Alpen, haben da mit ihrem Primi piatti und Secondi piatti schon immer die bessere Lösung. Finde ich.

Es dauert, bis wir endlich einen Platz bekommen. Macht nichts, wir freuen uns überhaupt einen zu bekommen, denn wir hatten nicht reserviert. Bis dahin habe ich schon meinen Wein auf der Bar verschüttet, der mir dann einfach so ohne weitere Kosten wieder aufgefüllt wurde!

Die Karte bietet 15 Gerichte. Man kann 2, 3, 4 oder 5 Teller wählen. Der Preis richtet sich nach der Anzahl. Die anderen wählen das Josef-Menu mit 4 Tellern plus Dessert, ich wähle 4 Teller aus der Karte:

  • Gebratene Jackobsmuscheln mit mariniertem Octopus Kräutersalat
  • Carpaccio vom Hirsch an Preiselbeer-Pinienkernenvinaigrette mit Cicorino Rosso
  • Kalbsbries auf Sauerkraut
  • Geschmortes vom Rind (CH) mit Cocobohnen und Sauce Hollandaise

Der Start war perfekt, die Jakobsmuschel schön gebraten, auf einem Octopus-Carpaccio, mariniert mit asiatischen Zutaten. Der Kräutersalat mit glatter Petersilie, Dill, Koriander. Der Koriander hat sogar tatsächlich nach Koriander geschmeckt, was leider nicht mehr überall so ist.

Das Carpaccio vom Hirsch war vorzüglich, insbesondere durch eine Zutat: die frischen Preiselbeeren. Nicht wie sonst oft beim Hirsch wurde das Fleisch geräuchert serviert, sondern tatsächlich roh. Es war eine perfekte Kombination.

Das letzte Mal, dass ich Kalbsbries gegessen hatte, war im Sonnegg in Glarus, vor über 10 Jahren (einen Link zum Sonnegg kann ich nicht liefern, die haben doch tatsächlich noch keine Webseite…). Damals in einer Tomatensuppe. Aber die Kombination mit Sauerkraut hörte sich sehr interessant an. Und das war es auch. Aber man muss sich schon erst wieder an den Geschmack gewöhnen.

Weiter mit dem Geschmorten vom Rind, extrem faserig zusammengerolltes Fleisch, einfach phantastisch, insbesondere die Bohnen. Fauxpas aber war die geronnene Sauce Hollandaise. Die geleerte Flasche Wein und das extrem gedimmte Licht haben zwar dafür gesorgt, dass es optisch nicht weiter auffiel, aber schön war es trotzdem nicht.

Auf das Dessert habe ich verzichtet, den Anderen wurde Vermicelles serviert.

Hoffentlich bald mal wieder, ein gelungener Abend, trotz Hollandaise.

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