[Restaurant] Giesserei Oerlikon

Seit einiger Zeit liegt das kleine schwarz-goldene Büchlein „Réservé“ in unserem Regal, gestern endlich sind wir dazu gekommen, es auszuprobieren. Es ist ungewohnt, sich schon um 18 Uhr aufzumachen in ein Restaurant, aber zumindest hat man kein Problem, einen Platz zu bekommen und es hat auch etwas, sich gleich nach der Arbeit zu treffen und nicht erst zuhause in die Versuchung zu geraten, dass man nicht mehr vor die Türe möchte. Wir entscheiden uns für die Giesserei Oerlikon. Erstens waren wir da noch nie und wollten schon immer hin, zweitens ist das mal in einer Ecke von Zürich, in der wir eher nicht so oft sind.

Die alten Gemäuer der Giesserei teilen die Räume auf, rechts der Bereich für die grösseren Veranstaltungen, links das Restaurant in zwei verbundenen hohen Räumen. In beiden Räumen ist es interessant gelungen, einerseits den Fabrik-Charakter zu bewahren und andererseits dennoch ein gemütliches Restaurant-Flair zu wecken, in dem man sich als Gast sehr willkommen fühlt. In einem Raum flackert das Kaminfeuer vor sich hin und und erinnert an die alten Zeiten, als hier noch Stahl geschmiedet wurde. Wir entscheiden uns für den anderen Raum, voller Kerzenlicht, in dem sich einzelne Kerzen sogar in kleinen Wandnischen verstecken und eine äussert heimelige Atmosphäre bieten. Der Raum ist um diese Zeit noch fast leer, was aber in dieser angenehmen Atmosphäre überhaupt nichts ausmacht.

Die Karte gefällt uns schon mal sehr gut, interessant und ausgewogen und, was wir besonders schön finden: die Gerichte sind z.T. zweimal aufgelistet, einmal mit kohlehydrathaltiger Beilage, einmal nur mit Gemüse. Ohne das dies in der Karte mit „Light“ oder so etwas bezeichnet wird, hat man ganz dezent die Wahl. So haben wir das noch nie erlebt, eine hervorragende Idee.

Wir wählen:

  • (Gruss aus der Küche: Flusskrebse auf mediterranem Gemüse)
  • Thunfisch Tataki | Algensalat | Wasabi Panna cotta
  • Maispoulardenbrust | Rotweinjus | Wintergemüse
  • Lachs Sashimi | Kokosnussschaum | Rüebli-Ingwer-Ravioli

 

Der Gruss aus der Küche lecker und ein feiner Anfang, zudem wirklich unerwartet. Der qualitativ sehr gute rohe Thunfisch war grosszügig auf dem Algensalat angerichtet, geschmacklich ausgezeichnet dazu die Salatsauce mit schwarzem Pyramidensalz. Daneben, mit Marzipan gegen das Verrutschen gesichert, ein schmales hohes Glas mit einer phantastischen Wasabi Panna Cotta. Das Glas war übrigens unauffällig mit dünn ausgerolltem Marzipan auf dem Tellerboden befestigt – das hält fest und ist eine wirklich gute Idee für ein Problem, das sicherlich viele Hobby-Köche kennen…

Die Maispoularde wurde auf einer grossen Portion diversem Wurzelgemüse serviert, dazu ein feiner Jus, alles sehr gut. Ganz überraschend und aussergewöhnlich der rohe Lachs auf den Ravioli, der sich durch die Ravioli leicht erwärmt hat. Dabei ganz wenig gedünstetes Paprika-, Zuchetti- und Zwiebel-Gemüse. Passend dazu der Roero Arneis. Angerichtet war beides auf den gleichen weissen Tellern, die die Speisen schön zur Geltung gebracht haben.

Der Service war immer schnell, sehr freundlich und aufmerksam und die kleine gemalte Blume mit dem Gruss in unserem Büchlein Réservé hat uns den Eindruck vermittelt, dass wir keine Kunden zweiter Klasse sind, was ja bei der Nutzung solcher Angebote leider manchmal vorkommt. So kommen wir gerne wieder, ob mit oder ohne zweite Hauptspeise umsonst.

Um 8 Uhr sind wir wieder draussen, ungewohnt, aber so kommt man noch ins Kino.

 

0 Kommentare

Hinterlasse Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Interessiert an neuen Rezepten?

Gleich anmelden und wir informieren Dich regelmässig!
Anmelden
close-link