[Restaurant] Epicure im Pas-de-Calais

Ammoniten suchen in Wissant, wie jedes Jahr. Dieses Mal aber verbunden mit Restaurant suchen. Im Web habe ich bei Michelin schnell ein paar Restaurants ausmachen können. Für den Abend ohne die Kinder fiel die Wahl auf das Epicure in Wimereux. Das Restaurant ist jedoch ohne Stadtplan kaum zu finden. Letztlich erstrahlt Epicure an einer unscheinbaren Strassenecke.

Wir erwarten von der attraktiv beleuchteten Fassade ein volles französisches Restaurant, insbesondere weil der Michelin eine Reservierung empfiehlt. Dem ist nicht so. Das Restaurant ist menschenleer (und wird es ausser uns auch bleiben), bis auf die kühl abweisende Chefin im Eingangsbereich des eher an ein Wohnzimmer erinnernden Restaurants. Ob sie Deutsche für kulinarische Dilettanten und deshalb nicht besonders würdig hält, ob sie immer so schaut oder ob sie aufgrund des leeren Restaurants so kühl bleibt, wir wissen es nicht.

Die Karte überrascht. Leider nicht unbedingt positiv. Zwei Menüs (25 und 40 €), die beide nicht überzeugen können. Dennoch wählen wir je eines der Menüs, der Rest zwei Vorspeisen und zwei Hauptgerichte.

Das Amuse-Gueule auf den kleinen viereckigen Tellern zeigt uns gleich noch einmal, dass wir in Frankreich sind. In Aspik eingelegter Schinken mit Kräutern, dabei ein kaltes Grüne-Spargel-Mousse, ein paar Scheiben Radieschen und 3 Kresse-Fäden. Weder der Schinken noch das Mousse konnte überzeugen.

Die Vorspeise mit warmer Foie Gras, Austern und Kresse an einer Orangen-Sauce war die gelungene Überraschung des Abends. Die Kombination Foie Gras mit Austern war etwas weit hergeholt (ist halt einfach beides teuer), aber als warme Vorspeise nicht uninteressant. Die Textur von Auster und Foie Gras ähneln sich sehr, da hat vielleicht noch eine Idee gefehlt. Hingegen hat die säuerlich-süsse Orangen-Sauce perfekt dazu gepasst.

Die andere Vorspeise, ebenfalls warm, präsentierte grüne Spargel mit geräucherten winzigen Fischfilets. Konnte nicht überzeugen.

Die Vorspeise des 40er Menüs war ein Sammelsurium von nicht unbedingt zusammen passenden Zutaten: aufgeschnittene Innereien-Wurst, die aber hart und nicht wie angenommen eher eine Blutwurst war, Nüsslisalat, die Blätter fein nebeneinander gelegt, was optisch schön war, getröpfelte Vinaigrette mit körnigem Senf. Dabei runde Scheiben von Vollkornkeksen mit wenig Geschmack, die eher an das Reformhaus erinnerten als an ein Gourmet-Restaurant.

Als einer der gewählten Hauptgänge kam Ochsenschwanz mit Hokaidokürbis-Auflauf, auch das keine geschmackliche Überraschung. Besser war meine Wahl: Jakobsmuschel, Schwarzwurzel und Sellerie in Stiften, Chicoree auf den Muscheln, Kokos-Curry-Sauce mit schöner Schärfe. Trotz des indischen Einschlags harmonierte der Gang zu den Vorspeisen.

Über das Dessert hüllt man sich besser in Schweigen, ohne den schlechten Kaffee hätte ich den unangenehmen Geschmack des Mohrrüben-Grapefruit-Kumquat-Gemischs mit dem Feigen-Eis noch immer im Mund. Noch nie habe ich eine derart unpassende und schlecht schmeckende Kombination serviert bekommen.

Resumé: sicher nicht wieder, absolut enttäuschend.

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