[PopUp Restaurant] Die Mammas im Mandarino

Das war nur der Anfang, wir haben noch viel mehr Besteck gebraucht.

Mandarino

Gerne geben wir uns der Illusion hin, dass alles so weiter geht, wie es ist. Dabei übersehen wir, dass alles im Leben vergänglich ist. Wir selbst, unser Leben, jedes Essen, das wir zu uns nehmen und, noch schlimmer, sogar unsere Lieblingsrestaurants sind irgendwann geschlossen. Die PopUp Restaurants aber sind genau das und wollen das sogar sein: sehr vergänglich. Das heisst für uns als Kunden: nicht lange überlegen und hingehen, besser heute als morgen.

Das haben wir beim neuesten PopUp auch getan, nicht ganz aus eigener Intention. Wir hatten das Glück, dass uns Bindella mit einer Einladung etwas gepusht hat und wir sind dem sehr gerne nachgekommen.

Wie so häufig steht den Räumlichkeiten in denen ein Popup einzieht, der Abriss bevor. So auch dem „Haus zum Falken“ in der Kreuzbühlstrasse 1 in Zürich, direkt neben dem Bahnhof Stadelhofen. Das eigentlich geschützte Gebäude wurde von der Stadt dem Abriss freigegeben, wenn die AXA als Eigentümer ins Untergeschoss des Neubaus 1000 Veloparkplätze baut. Der Neubau des Geschäftshauses (gibt es nicht schon genug Geschäftshäuser in Zürich?) wird von Star-Architekt Santiago Calatrava durchgeführt, der schon den Bahnhof Stadelhofen entworfen hat. Zumindest darf man sich dann wohl auf ein interessantes Gebäude freuen. Aber egal, uns interessiert nicht was wird, sondern was ist. Im Erdgeschoss befindet sich noch das Café Mandarin, deren Besitzer aber 2017 in Pension gingen und so hat die Bindella-Gruppe das alte Café im März übernommen und die Räume mit alten Tischen und vielen Bildern in ein italienisches Wohnzimmer verwandelt. Hinten als Restaurant, vorne weiterhin als Art Café, das täglich von 7 bis 23 Uhr offene Türen hat.

 

Typisch Italien.
Preise im mittleren Segment.

PopUp bis Oktober 2018

Bindella hat sich für dieses PopUp noch etwas ganz Besonderes überlegt. Keine professionellen Köche und Restaurantleiter sollen es führen, sondern eine italienische Mamma. Und da Castings bei Musik und Model eh gerade in Mode sind, wurde kurzerhand ein Mamma-Casting organisiert. Gewonnen hat Guiseppina, die von 8 h Büro-Job auf Full-time Gastgeberin gewecheselt hat.

Mit den Bloggern von Zürich Food Stories, Taste of Zurich und Zurich Food Advisor verbringen wir einen grandiosen Abend an einer Tavolata und bekommen ein Gericht nach dem anderen serviert.

Dabei bekommen wir die Gerichte als Art Tavolata serviert, also immer einen Teller in die Mitte, von dem sich alle bedienen konnten. Somit konnten wir von jedem Gericht etwas probieren und haben so einen guten Überblick über alle Speisen bekommen.

Um das Ganze etwas einzugrenzen, hat man sich auf Apulien als Region verständigt. Sowohl Gerichte als auch der Weine kommen aus Apulien, glücklicherweise gerade so etwas wie in Mode gekommen.

Antipasti - beste Qualität. Am Besten waren die Tomaten!
Gnocchi tomato und Orecchiette - normalerweise nicht auf einem Teller gemischt.

Das Menu

Die Anzahl Bestecke war trügerisch. Denn es kam noch viel mehr als erwartet.

Zuerst der typische Vorspeisenteller mit Salami, diversen Schinken, Oliven, Burrata und ausgezeichnet eingelegte Tomaten mit wunderbar dickem Pizza-Brot wurde uns zuerst serviert.

Danach zweierlei Pasta, das uns zusammen serviert wurde, damit wir von Beidem etwas testen können: feinste Gnocchi mit Tomatensauce (hier gehts zu unserem Gnocchi-Rezept) und von Hand gemachte Oricchiete, scharf mit Peperoncini abgeschmeckt mit Broccoli und Hackfleisch. Es ist selten, dass man richtig gute Gnocchi bekommt, aber hier werden lange gelagerte mehlige Kartoffeln verwendet, die schnell und noch warm verarbeitet werden. So muss es sein!

Mit der Melanzane ein kleiner Gemüsezwischengang, der uns sehr schön auf die nächsten Gänge vorbereitet hat.

Die erste Runde Pasta.
Die Mamma serviert persönlich.
Wir wollen alles wissen.
Guiseppina Lauretta erklärt mir das Rezept für Melanzane.
Kalamari - gefüllt.
Rouladen, bzw. Fleischvögel.

 

Nach der ausgezeichneten Melanzane ging es weiter mit gefülltem Tintenfisch. Der Tintenfisch sehr gut, die Füllung ein klein wenig trocken aus Semmelbrösel, Kapern, Oliven, sehr schmackhaft. Dabei blieb es nicht, der Fleischgang ebenfalls sehr geschmackvoll,  eine klassische Roulade in Tomatensauce. Ebenfalls gelungen.
Fast am Ende angelangt werden wir noch mit Desserts verwöhnt. Diverse frische Kuchen und ein Tiramisu werden uns offeriert. Anschliessend noch ein Limoncello, der mit einem ausgezeichneten Espresso den Abschluss mcht.

 

Die Melanzane wird aufgeteilt.
Immer schwierig: fotografieren und essen zu verbinden.
Mariam alias Zurichfoodadvisor und Sandro von Taste of Zurich bei der Arbeit.

 

Auch die Weine sind aus Apulien.
Schöner Roter.

 

Es wurde immer lustiger - Limoncello trinken als InstaStory.
Zweiter Versuch.
Spätabends - so leer ist es selten.

 

Fazit

Das Mandarino bietet klassische italienische Küche. Aber eben mit ein bisschen mehr. Mitten in Zürich bekommt man hier auch italienische Gastfreundschaft zu spüren. Die Idee, richtige Mammas als Gastgeberinnen einzusetzen ist einfach genial. Dem Raum spürt man einerseits die Erfahrung eines etablierten Gastrobetriebs an, dennoch schwingt ein Hauch Unkonformität und Spontanität mit, das wir sehr schätzen. Da nimmt man auch gerne die Hitze im Raum in Kauf, dafür fühlt man sich ein bisschen wie in Italien.

Die Gerichte sind durchwegs klassisch und von guter Qualität. Auch wenn es etwas teurer ist als in Apulien, hier kann man hingehen. Aber wie schon erwähnt, schiebt es nicht auf die lange Bank, denn dann ist Mandarino schon wieder Vergangenheit und Büroangestellte werden in das neue Gebäude hinein- und hinaushetzen.

Es war ein schöner Abend - wie bei Mamma.
Abschied in der Küche bei den Mammas.
Tomaten hat es noch - auch für Euch!

 

Informationen

Restaurant Mandarino
Kreuzbühlstrasse 1
8008 Zürich
tel. +41 44 251 80 58

Öffnungszeiten:

Caffè
Mo – Fr   07.00 – 23.00 Uhr
Sa – So   09.00 – 23.00 Uhr

Ristorante
Mo – So   11.30 – 14.00 Uhr / 18.00 – 23.00 Uhr

 

Besucht am 17.05.2018

FoodFreaks wurde vom Restaurant im Rahmen eines Blogger-Events zum Abendessen eingeladen. FoodFreaks nimmt diese Einladungen gerne entgegen, da ansonsten Restaurantbesuche wesentlich seltener möglich wären. Dennoch schreiben wir unsere Meinung und lassen uns von der Einladung nicht beeinflussen! Über Restaurants, die uns nach dem Besuch nicht gefallen, schreiben wir auch nicht.

Lage des Restaurants

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