[Event] Street Food Festival Zürich

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Ein Erfahrungsbericht

5:20  – Der Wecker klingelt ungewohnt früh. Aber der Engrosmarkt Zürich wartet nicht, um 7 Uhr schliesst er schon wieder. Erst vor 2 Tagen kam der Badge und wir machen uns gespannt auf den Weg, um gleich mehrere Rückschläge hinnehmen zu müssen. Erste Erfahrung: es gibt dort wirklich nur Obst und Gemüse. Zweitens: man kann nur bar zahlen. Drittens: es gibt tatsächlich nur riesige Mengen. Wir kaufen Unmengen Steinpilze, Fenchel und Eierschwämmli.

Nächster Halt beim CCA Grossmarkt, auch hier kam die Karte noch rechtzeitig. Fleisch, Kräuter, Garnelen, N2O-Kapseln für den Espuma, Teller. Schnell nach Hause, um alles zu packen, um 10 sind wir in der Allmendstrasse am Stadtrand Zürichs. Hier soll das erste Street Food Festival stattfinden? Auf einem Industriegelände an der Ausfahrtsstrasse Richtung Sihltal, am Ende der Welt quasi? Bei unsicherem Wetter? Was machen wir mit den eingekauften Mengen? Wir stellen uns auf 2 Wochen Steinpilz mit Fenchel ein.

10:00 – Der Aufbau kommt schnell voran. Der gemietete Stand wird zurecht gerückt, Tischdecken, Beleuchtung, Essenstafeln, Kasse, Werbung, Kerzen, Gaskocher, Teller werden von einer in die andere Ecke geschoben, bis alles seinen Platz findet. Der Kühlschrank wird voll und erweist sich mit zunehmender Sonneneinstrahlung als wichtigstes Utensil am Stand.

12:00 – Hilfe, die ersten Besucher kommen. Was wollen die da? Panik macht sich breit, ob auch wirklich alles passt und ob es nicht eine vollkommen verrückte Idee war, vier verschiedene Carpaccio anzubieten, bei denen wir selbst kaum die Zutaten im Kopf behalten können. So manch ein Besucher verschwindet nach der Erklärung wieder, erschlagen und unfähig, anhand der Vielfalt eine Entscheidung zu treffen. Die meisten kommen dann doch wieder. Oft mehrfach, bis sie alle 4 Variationen probiert haben.

16:00 – Unsere Stimmung löst sich, wir werden zuversichtlicher, dass wir genügend verkaufen können. Es gibt viel Zuspruch und einer fragt: „Könnt ihr denn auch kochen oder nur bloggen?“. Nun, hoffentlich konnten wir überzeugen, dass wir nicht nur bloggen können.

Ausserdem: Schichtwechsel bei den Kassierern/Helfern/guten Küchengeistern. Wie gut, dass wir auf unsere Freunde zählen können! Spontan sind fleissige Helfer eingesprungen, um uns im Riesenstress unermüdlich am Stand zu unterstützen. Christian und Claire, ihr seid Helden!

18:00 Uhr – Nach 13 Stunden arbeiten ohne Pause machen sich langsam die ersten Erschöpfungserscheinungen bemerkbar. Carpaccio nach Carpaccio geht über die Ladentheke, Steinpilz nach Kohlräbli, schnell die Scampi für das Fenchelcarpaccio fertig braten, etwas Noilly Prat drüber, es müssen schon wieder neue Fenchel geschnitten werden, und zugleich warten 2 Randencarpaccios darauf, auf den Tellern ausgebreitet zu werden. Arbeiten im Akkord ohne Nachdenken und Realisieren, Hauptsache schnell!

 

19:00 – Hilfe, es kommen immer mehr. Dass nebenbei auch die Zeit verrinnt, bekommen wir nur so nebenbei mit. Es ist weder Zeit, auf die Uhr zu schauen, noch endlich den Drink zu holen, nach dem es uns schon so lange durstet… Die riesige Menge Steinpilze schrumpft, der Vorrat von Fenchel wechselt von unendlich auf endlich und auch die anderen Zutaten schwinden. An allen Ständen werden die Schlangen länger, es ist immer noch warm, phantastische Musik und eine unglaublich schöne Stimmung. Schade, dass ich nur 2 Pfannen, einen Topf und eine Schneidemaschine vor mir habe. Aber es ist schön, Teil des Ganzen zu sein.

22:00 – Fertig. Schluss. Aus. Wir sind leer gekauft. Wir hätten mit manchem gerechnet, aber nicht dass das Street Food Festival so ein Erfolg wird. Erschöpft geniessen wir den ersten Drink des Tages, bevor die Aufräumarbeiten beginnen.

Auch an den anderen Ständen macht sich jetzt die grosse Erschöpfung breit, neben der Erleichterung eines erfolgreichen Food-Festival-Tages. Die letzten Essen werden gemeinsam mit den Standnachbarn verzehrt, und die spannendsten Geschichten des Tages ausgetauscht. Wir warten noch bis 24 Uhr, dann können wir abbauen. Was aber nicht heisst, dass schon alle weg sind. Die Bar ist immer noch voll besetzt.

00:30 – Nacht. Schwarz. Augen zu. Nach 19 Stunden liegen wir im Bett und denken nicht an die Unmassen Töpfe, Pfannen, Küchenmaterial, Deko, die noch im gepackten Auto liegen.

Es war ein unglaublich spannender, interessanter und schöner Tag. Danke an die Organisatoren Vania & Katja, die das erste Street Food Festival der Schweiz auf den Weg gebracht haben!

Infos

Zeit: 

FR-SO 29.-31. August
Fr ab 17 Uhr/ Sa ab 12 Uhr/ So ab 12 Uhr

Auf dem Gelände von SMITH&SMITH

 

Infos im Netz:

Webseite

Webseite Montagsmarkt (Organisation)

Facebook Event

Facebook Seite

 

Ort

1 Kommentar

  1. Tanja 3. September 2014 Antworten

    Spannend, mal einen Bericht von hinter den Kulissen zu lesen!
    Und es war sehr, sehr lecker, weiter so!

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