[Event] Besuch bei Anna’s Finest

Lamiacucina ist nicht umsonst einer der am besten bewertetsten deutschsprachigen Food-Blogs. Es macht wirklich richtig Spass, die Artikel zu lesen! Als ich im Januar den Artikel Zedrat-Zitronensalat mit Pinienkernen gelesen habe, bin ich über den Verweis auf den Blog Anna’s Finest gestossen. Da stand, dass Anna jeden Monat ein Mal zehn verfressene Menschen zu sich nach Hause zu einer Tafelrunde einlädt. Ich wusste gar nicht, dass es so etwas in Zürich gibt und nach dem kurzen Besuch auf dem Blog habe ich mich gleich für den Newsletter angemeldet. Kurze Zeit später kam dann auch schon die Einladung „Vorschau «a tavola!» # 019 / 18.02.2012„. Gleich angemeldet, aber leider hat es erstmal nicht geklappt, es waren schon zu viele Leute vor mir da. Kurz vor dem Event dann aber doch ein OK, da jemand abgesprungen ist. Dann also los ins Ungewisse. Mit 9 anderen Hungrigen einen Abend an einem Tisch in einer fremden Wohnung zu verbringen, das kann super werden, oder aber in die Hose gehen. Denn was nutzt das beste Essen, wenn die Tischpartner nicht stimmen und man sich nicht unterhalten kann. Das kennt man zur Genüge von Geschäftsessen in hochpreisigen Restaurants, auch da bleibt sicher nur selten das gute Essen in Erinnerung.

Die Adresse hatte ich gefunden, vor der Tür gleich noch jemand, der die gleiche Klingel sucht. Ein erstes Gespräch mit einer späteren Tischgenossin. Die Wohnung ist im 4. Stock, da hat man oben schon Hunger. Der „Gastraum“ ist so geschmackvoll eingerichtet, dass man sich wirklich weniger in einem Wohnzimmer als vielmehr in einem richtigen Restaurant fühlt, eben halt nur mit einem Tisch. Man kommt schnell ins Gespräch, schliesslich haben ja auch alle hier die gleiche Vorliebe. Aber doch ist es schon etwas komisch, dass man dann den ganzen Abend mit all den „Fremden“ beim genüsslichen Speisen verbringt. Aber ich bin ja auch für das Essen da.

Nach einem kleinen Anfangsdrink geht es los mit dem Menu:

  • Knollenselleriesuppe mit Haselnussöl und gerösteten Haselnüssen, Rotkohlstrudel mit Äpfeln und Ziegenfrischkäse
  • Warmer Topinambursalat mit Speck an Senf-Walnussöl-Vinaigrette auf Cicorino rosso und verde
  • Gebratenes Saiblingfilet auf farbigen, geschmorten Randen mit Sauerrahm und Dill
  • Käse: «Dzorette» und «Cironé» mit Peperoni- und Zwetschgenkonfitüre
  • Apfelcharlotte mit Heidelbeersauce und gerösteten Haselnüssen

 

Bis spät nachts wird getafelt und es hat richtig Spass gemacht. Obwohl ich kein allzu grosser Fan von Sellerie, Tobinambur und Randen bin, so finde ich es immer wieder interessant, gerade diese Produkte zu verwenden, um etwas daraus zu machen, das ich dann am Ende auch gerne esse. Bei Randen ist es z.B. das Randen-Carpacchio. Bei diesem Essen hat mich Anna überrascht und hat aus diesen Zutaten gekonnt stimmige Gerichte zubereitet.

Die Selleriesuppe war gut, aber nicht so speziell. Durch die Haselnüsse und, ganz besonders, den Rotkohlstrudel als „Brot-Ersatz“, hat das Gericht aber ausgezeichnet geschmeckt. Tobinambur kenne ich nur in Schnaps-Form aus meiner Heimat, aber man kann es tatsächlich auch essen. Perfekt, dass er warm war, auf dem kalten Salat, dazu das Bittere des Salats, hat auch überzeugt. Ein Hauptgericht ohne stopfende Beilage, so wie in Italien: genau das kam, nach einer längeren Pause, da die Randen nicht so schnell weich wurden, wie sie sollten (was niemanden gestört hat), dann auf den Tisch. Fisch, Randen, Sauerrahm. Dazu Brot, das reicht. Der Käse war fein, aber da wär mir ein leckerer Weichkäse fast lieber gewesen. Die Apfelcharlotte war wiederum ein Highlight. Das es viel Aufwand war, hat man gesehen, interessant wäre noch zu wissen, was da wohl alles drin war.

Zu dem Essen gab es zwei Weine:

  • Johannisberg de Chamoson 2009, Cave Le Bosset, Leytron, Wallis
  • Gamaret Heisterwy 2008, Denise Tschamper, Schinznach, Aargau

 

Der Weisswein aus dem Wallis konnte mich nicht ganz überzeugen, der Aargauer war aber überraschend ausgezeichnet. Abschliessend noch ein Espresso, dann war der Abend schon vorbei. Gerne würde ich mal wieder kommen, aber nach dem Artikel in der NZZ am Sonntag wird es jetzt wohl noch schwieriger, einen Platz zu bekommen.

 

 

2 Kommentare

  1. Clara 6. Dezember 2016 Antworten

    Ich bin heute Abend in [url=http://foodfreaks.ch/besuch-bei-annas-finest/] diesem Lokal[/url] hoffe mir gefällt es genauso gut wie dir!

    • Autor
      Christian 6. Dezember 2016 Antworten

      Oh, ist schon sooo lange her, das ich dort war. Jetzt ist es ja im Wellenberg 5. Da war ich bisher noch nicht.
      Liebe Grüsse
      Christian

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